Symbol eines Einkaufswagens steht in einer geöffneten Roboterhand

Online-Marktplätze für Roboter und deren Zubehör können für kleinere Unternehmen ein guter Einstiegspunkt in das Thema Roboter-Automatisierung sein. (Bild: Bild: Adobe Stock)

Worum es geht

Gerade für Neueinsteiger in der Robotik-Automatisierung kann die Fülle des Angebots einschüchternd sein. Online-Marktplätze für Cobots, Kameras und Greifer können ein guter Einstiegspunkt sein, um sich durch Tools wie Konfiguratoren einen Überblick zu verschaffen oder sich direkt bei der Auswahl eines Systems beraten zu lassen. Kollege Roboter stellt in lockerer Reihenfolge die wichtigsten Online-Marktplätze für Robotik vor. Heute: XITO.

Wie kam es zur Entwicklung des Marktplatzes?

"XITO geht im Kern zurück auf langjährige Forschung und Entwicklung, in denen modellgetriebene Softwareentwicklung und die modellgetriebene Kombination von Robotik-Komponenten das Thema war", so Dr. Dennis Stampfer, CEO und einer der Gründer von XITO. Ein Projekt mit seiner Beteiligung war SeRoNet, wo es darum ging, den Entwicklungsprozess für Servicerobotik-Anwendungen grundlegend zu vereinfachen.

Wer sind die Köpfe dahinter?

Portraitbild von Dr. Dennis Stampfer, CEO von des Robotik-Online-Marktplatzes Xito
Dr. Dennis Stampfer, CEO von Xito, kommt aus der Robotik-Forschung. (Bild: XITO)

Dr. Dennis Stampfer ist einer der Gründer und CEO der Toolify Robotics GmbH. Er hat Informatik studiert und ist seit über 10 Jahren in der Robotik tätig. Er hat promoviert an der TU München zur strukturellen Organisation von Software-Ökosystemen, um den Entwicklungsaufwand von Anwendungen durch Komposition zu reduzieren. Toolify betreibt die Robotik-Plattform www.xito.one, die Marktplatz und Baukastensystem für die Automatisierung mit Robotern zugleich ist. Seine Mitgründer bei Toolify sind Matthias Lutz und Dr. Alex Lotz.

Welche Zielgruppe wird angesprochen?

Dennis Stampfer: “Der Trend zu Robotik im Handwerk ist noch sehr zart, aber der klassische Mittelständler aus dem Industrieumfeld, der passt sehr gut zu unserem aktuellen Angebot. Der muss etwas bestücken, einlegen, sortieren, transportieren." Das seien aus Robotik-Sicht zumeist eher einfach Probleme, die dennoch häufig an einem Mangel an Know-How oder den Kosten scheitern würden, so der XITO-CEO.

“Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, es geht uns darum, existierende Komponenten möglichst einfach miteinander zu kombinieren. Das Problem des Anwenders und die Lösungsmöglichkeiten stehen im Vordergrund. In die Komplexität dahinter muss der Anwender sich nicht einarbeiten.”

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Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

“Wir geben Aufträge an Dritte weiter oder bearbeiten diese mit Ihnen gemeinsam. So können wir die Engineering-Plattform weiter ausbauen. Anfragen über den Marktplatz werden direkt an die Anbieter weitergegeben.”

Was ist die große Besonderheit des Angebots?

"Was uns von einem klassischen Marktplatz unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Komponenten, die man dort kaufen kann, frei kombiniert werden können – XITO kümmert sich um die Kompatibilität,” so Dennis Stampfer. Dazu wurde die sogenannte Low Code Engineering Umgebung geschaffen.

Wie funktioniert das?

“Der Anwender, der sein Problem im Kopf hat, weiß meist gar nicht, welchen Roboter oder Komponenten er wirklich braucht", erläutert Dennis Stampfer den Grundgedanken hinter der Low Code Engineering Umgebung. "Dahingehend ist von uns immer die erste Frage, welche Fähigkeiten ein Roboter haben muss, damit er das Problem lösen kann: muss das System etwas greifen oder etwas transportieren? Schon bei der Frage, ob oder welche Art von Erkennung es für das Greifen braucht sind Anwender meist überfordert."

Die Low Code Engineering Umgebung setze genau darauf auf: Dort finden sich Elemente wie Greifen, Erkennen oder Fahren. "Wenn sich ein Parameter ändert - etwa weil ich ein schwereres Werkstück bewegen muss - dann kann ich den verwendeten Arm einfach austauschen und den Rest der Anwendung aber weiterverwenden - denn dort ist die abstrakte Fähigkeit Greifen definiert, nicht der konkrete Fall ´zwei Kilo schwere rechteckige Box greifen´".

In dem Youtube-Video erläutert CEO Dennis Stampfer, warum XITO sowohl ein Marktplatz wie auch ein Baukastensystem für die Automatisierung mit Robotern ist.

Die Technik dahinter

Stampfer: “Wir schaffen ein digitales Modell der Schnittstellen, das wir in unsere Low Code Engineering Umgebung einbinden und dort als Baustein verfügbar machen. Das ist ein kleiner Aufwand, der nur einmal getrieben werden muss. Der Aufwand ist von der jeweiligen Komponente abhängig, aber wir reden hier von Stunden oder Tagen und nicht mehr. Das machen Hersteller selbst oder wir übernehmen das für sie.”

Was ist alles im Angebot?

Der Marktplatz listet aktuell Roboter etwa von Fruitcore oder Universal Robots, autonome Plattformen von Festo oder Mobile Industrial Robots sowie zahlreiche Komponenten von Herstellern wie Sick oder Schmalz. Neben der Hardware gibt es auf Software-Komponenten wie etwa etwa Lösungen zur Visualisierung von Anwendungen oder zur Realisierung des "Griff in die Kiste".

Welche Tools stehen zur Verfügung?

Wesentliches Werkzeug auf XITO ist der "Lösungs-Assistent". Ausgehend von der angestrebten Robotertätigkeit wie "Transport", "Handling" oder "Schrauben" nimmt er in acht Schritten  die wesentlichen Informationen des Anwenders auf, zum Teil in Form von Freitext. Der Lösungs-Assistent generiert eine digitale Suchanfrage und identifiziert für den Anwender passende Lösungsbausteine und Anbieter im Marktplatz.

Wie entwickelt sich das Portal?

“Wir haben aktuell um die 50 Anbieter und 80 Angebote auf dem Portal. 13 Erfolgsstories aus abgeschlossenen Projekten sind online oder kommen in Kürze"

Wie sieht die weitere Entwicklung in der Robotik aus?

In der Programmierung von Robotern habe es in der jüngsten Vergangenheit zwar große Entwicklungen gegeben, aber Programmierung sei nicht alles, so Stampfer: “Was momentan noch nicht optimal ist: selbst wenn ich ein einfaches Programmiertool habe, benötige ich dennoch Robotik-Expertise.” Das seien dann Fragen wie "Brauche ich für meine Anwendung nun einen Parallel- oder einen Vakuum-Gripper?", "Fahre ich das Werkstück von links oder von rechts an, brauch ich noch einen Haltepunkt davor?"

“Das sind Entscheidungen, die mir die Programmierumgebung nicht abnimmt", so der XITO-CEO. "Ich glaube, ein starker Zukunftstrend wird sein, dieses Robotik-Know-how, das man heute noch braucht, künftig in die Software zu implementieren.”

Das letzte Wort

Flexibilität für Anwender durch spätere Austauschbarkeit von Komponenten ist für Dennis Stampfer und XITO ein großer Teil ihrer Motivation:  
“Wir wollen, dass der Anwender während der ganzen Lebenszeit des Systems die Bausteine und Elemente wählen kann, die auf sein Problem am besten passen.”  

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