Das Bild zeigt Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie des UKL, bei einem Eingriff mit dem Avatera-OP-Robotersystem.

Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig, bei einem Eingriff mit dem Avatera-OP-Robotersystem. (Bild: Stefan Straube / UKL)

Worum geht es bei Roboter-gestützten Operationen?

Minimal-invasive Chirurgie bietet viele Vorteile: Die erforderlichen Schnitte sind sehr klein, umliegende Gewebe und Strukturen wie Nerven und Gefäße können auf diese Weise besser geschont werden. Kommt bei solch einem Eingriff zudem ein OP-Robotersystem zum Einsatz, sitzt der Chirurg an einer Konsole und steuert drei sehr kleine Instrumente mit den Roboterarmen sowie eine Kamera, die das Innere des Patienten mit einer bis zu 10-fachen Vergrößerung zeigt. So wird eine OP noch präziser, zielgenauer und sicherer - denn der Chirurg kann das zu operierende Gebiet millimetergenau sehen und mit den Instrumenten kleinste Bewegungen ohne jede Einschränkung ausführen lassen - besser, als es allein mit der Hand möglich wäre.

Welche OP-Roboter gibt es?

Der einzige bisher weltweit verbreitete OP-Roboter dieser Art ist der daVinci Telemanipulator des US-Herstellers Intuitive Surgical. Der Operateur steuert dabei in Echtzeit mit seinen Handbewegungen die Arme und die Instrumente des Roboter. Durch eine Untersetzung zwischen den Steuergeräten und den Roboterinstrumenten wird eine hohe Präzision möglich.

Darüber hinaus gibt es zum Beispiel Ansätze von Kuka, mit dem Leichtbauroboter LBR Med Aufgaben im OP  mithilfe eine kollaborativen Systems zu automatisieren. Zum Beispiel sollen mit Hilfe des Cobots Instrumente präzise platziert werden, ehe sie vom Operateur dann manuell verwendet werden. Das ist im folgenden Video zu sehen:

Was hat es mit dem Avatera auf sich?

Der OP-Roboter Avatera ist von der Avateramedical-Gruppe mit Hauptsitz in Jena entwickelt worden. Sie hat rund 200 Mitarbeiter.

Was macht Avatera besonders?

Laut dem Hersteller ist das Avatera-System besonders platzsparend, weil es aus nur zwei Hauptkomponenten besteht:

  • Dem eigentlichen OP-Roboter mit vier Roboterarmen zur Steuerung von chirurgischen Instrumenten und Endoskop.
  • Einer Steuereinheit mit integriertem Sitz und einfacher Handhabung über haptische, manuelle Eingabegeräte und Fußschalter.

Das Display mit QXGA-Auflösung, das dem Operateur das Arbeitsfeld zeigt, ist besonders kompakt und verdeckt weder Mund noch Ohren, so dass eine einwandfreie Kommunikation mit dem Team gewährleistet ist.

Das Youtube-Video zeigt, wie der Avatera entwickelt wurde und was ihm im Einsatz auszeichnet.

Was hat Avatera dem daVinci voraus?

Anschaffung und Betrieb eines OP-Roboters wie dem daVinci sind sehr kostenintensiv. Avatera bietet durch die Verwendung von Einmalinstrumenten wie Metzenbaum Schere oder Nadelhalter  eine Kostenersparnis, weil aufwändige Sterilisationslösungen nicht benötigt werden. Auch zeit- und arbeitsintensive Prozesse, wie Reinigen, Waschen, Transportieren, Befüllen, Trocknen, Warten, Verpacken und Dokumentieren von Instrumenten entfallen, so Hersteller Avateramedical.

Wie ist bisher die Erfolgsbilanz des Avatera?

Bereits zehn Mal kam das neue Gerät am UKL zum Einsatz, sowohl bei Nierentumoren als auch bei Prostatakrebsoperationen, Komplikationen gab es bisher keine, alle Operationen konnten erfolgreich beendet werden, teilte das Universitätsklinikum Leipzig mit. Im Rahmen des Testlaufs sind zunächst 25 Eingriffe mit dem Avatera geplant.

Wie geht es weiter mit den OP-Robotern?

"Für die Zukunft brauchen wir sehr viel mehr roboter-assistierte Chirurgie in vielen Fachgebieten. Systeme, die weltweit und nicht nur in den hoch entwickelten Industrieländern eingesetzt werden können, um die Behandlung der Patienten anhaltend weiter zu verbessern", sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig.

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