ein Schweißroboter bearbeitet ein Bauteil während ein Arbeiter interessiert zuschaut.

Wer Robotik-Potenzial in seinem Betrieb besitzt, sollte auch bei der Stellenausschreibung mit seinen technologischen Reizen nicht geizen. - Bild: Wandelbots

Wir müssen in Deutschland den Begriff “Servicewüste” neu interpretieren. Im Handwerk und in der Industrie verliert unsere Wirtschaftskraft sukzessive an Substanz. Schuld daran ist der seit Jahren grassierende Fachkräftemangel. Einen Weg aus der Mitarbeiter-Krise zu finden ist, scheint wie nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen. Natürlich ruhen Unternehmer aus beiden Branchen in ihren Bemühungen nicht.

Um Schulabgänger und ausgelernte Fachkräfte für eine Vertragsunterschrift zu gewinnen, bieten Betriebe viele materielle Anreize: so beteiligen sich Unternehmer aus Industrie und Handwerk an Führerscheinen, Mietkosten oder zahlen saftige Mobilitätsanteile. Warum dies nicht der Königsweg ist, zeigen nicht nur die Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt 2021. Laut Agentur für Arbeit waren im August von 367.000 Ausbildungsstellen noch 151.500 unbesetzt ‒ vier Wochen vor Ausbildungsstart im September. Wie kleine und mittelständische Betriebe ihr eigenes Potenzial bei der Fachkräftesuche besser ausschöpfen können, erklärt KOLLEGEROBOTER.DE.

Wie die Robotik Ihren Betrieb zukunftssicher macht

Die Innovationstreiber aus Industrie und Handwerk beweisen, dass wir mit unserem Wirtschaftsstandort der glühend heißen LED-Sonne entgegen galoppieren. Die PS, die das deutsche Unternehmertum dabei auf die Highspeed-Datenautobahn legt, ist beeindruckend. Dabei scheinen die Lichter am Horizont heller denn je. Während unsere persönliche Erfahrungswelt durch neue digitale Gadgets regelmäßig erweitert wird, hat sich vor allem die Industrie von der analogen Umlaufbahn bereits um Lichtjahre entfernt.

Gehen auch Sie mit Ihrem digitalen Potenzial hausieren: Setzen Sie auf die Drückerkolonne 4.0. Einige (Handwerks-)Betriebe haben den Kollegen Roboter schon erfolgreich integriert. Welch ein Faustpfand, das nicht nur den technischen Fortschritt traditioneller Gewerke versinnbildlicht. Es ist auch ein Gut, das Arbeitssuchende neugierig macht. Die Generation der jüngeren Fachkräfte und potenziellen Auszubildenden ist mit der Digitalisierung groß geworden. Eine ausgeprägte Affinität, die man aus dem privaten Umfeld der "digital natives" nur noch professionell vereinnahmen muss.

eine asiatische Frau lacht, während sie einen Roboterarm steuert.
Roboter, beziehungsweise Cobots, werten den Arbeitsplatz auf und erhöhen den Output. - Bild: Wandelbots

Warum Roboter ein Teil der Antwort auf die Frage nach neuen Fachkräften sind

“Die Robotik ist eine der Zukunftstechnologien, dank derer wir gesellschaftliche Herausforderungen wie den demographischen Wandel oder eben auch den Fachkräftemangel meistern können”, sagt Johannes Stoll, Leiter der Gruppe Roboterprozesse und Kinematiken am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. “Sie können die Arbeiten übernehmen, die für den Menschen unattraktiv sind oder ihn körperlich belasten und so einerseits die Mitarbeiter entlasten und andererseits für ein ansprechendes, innovatives Arbeitsumfeld sorgen.” Das erste Argument, mit dem Unternehmer, Fachkräfte von einer Anstellung überzeugen:

●       Roboter entlasten bei Arbeiten, die körperlich und mental belastend sind.

Jan Drechsler, Head of Marketing, beim Robotik-Software-Experten Wandelbots, geht sogar noch einen Schritt weiter: “Unsere These ist, dass Roboter Arbeitsplätze aufwerten und Perspektiven geben. Die Aufwertung erfolgt über die veränderte Rolle der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Sie werden von Ausführenden zu Anleitenden. Das erhöht die Qualität.” Hierzu lassen sich weitere Argumente ableiten, mit denen neue Fachkräfte gelockt werden können:

●       Roboter werten den Arbeitsplatz über die Neuverteilung der Rollen auf.

●       Die Qualität der Arbeit erhöht sich.

Wer also in seinem Betrieb bereits erfolgreich verschiedene Anwendungen durch Roboter durchführen lässt, weiß die Vorteile zu schätzen. Ein Roboter arbeitet ohne Pause. Er ist ein Schichtarbeiter ohne Zeitlimit. Zudem erhöht sich der Output, weil der Roboter mehr Arbeitsschritte in kürzerer Zeit ausfüllen kann. Das wertet die Rolle des Mitarbeitenden im Unternehmen auf. Wer gute Arbeit leistet, beziehungsweise qualitative hochwertige Produkte anbietet, erarbeitet sich dadurch einen guten Ruf.

●       Die Vorteile eines Roboters werten den Output auf, was sich positiv auf das Renommee Ihres Betriebs auswirkt

“Gerade Betriebe, die auf dem Arbeitsmarkt keinerlei Fachkräfte finden, können dank der Robotik ihre Produktivität halten oder in Lastspitzen sogar auch erhöhen”, wie Johannes Stoll weiter betont. “Beispielsweise beim Schweißen brauchte es früher einen Schweißer für das Heften der Bauteile und einen für das Schweißen. Bei Bedarf könne Letzteres künftig ein Roboter übernehmen. “Mit den vorhandenen zwei Mitarbeitern, sprich bei gleichbleibenden Lohnkosten sowie zwei zusätzlichen Schweißrobotern kann unter den passenden Randbedingungen also plötzlich die doppelte Menge an Bauteilen produziert werden.”

●       Roboter erhöhen nicht nur die Qualität des Outputs, auch die Quantität steigt

Wie junge Auszubildende, Fachkräfte und Roboter eine Synergie bilden

Ihre potenziellen neuen Fachkräfte bewegen sich geschmeidig durch den digitalen Äther. Neue Technologien scheuen sie nicht. Sie sehen die Auseinandersetzung mit technischen Features nicht als Hürde, sondern als Highlight ihres Hightech-Horizonts. Nutzen Sie diese Faszination. Jan Drechsler schränkt ein: “Die Barriere zur Robotik muss kleiner werden. Wer heute das Wort Roboter hört, denkt zum Teil noch an hochkomplexe Technologie, die nur durch Experten und mit viel Aufwand bedient werden kann. Das führt dazu, dass die Perspektive für Auszubildende, später mal selbst mit einem Roboter zu arbeiten, nicht attraktiv ist.” Hier müssen Unternehmer aus Industrie und Handwerk ihre Hausaufgaben machen. “Jeder muss in der Lage sein, einen Roboter zu bedienen. Ausgestattet mit den Fachkenntnissen einer Anwendung wie Schweißen oder Kleben darf es keine Barriere mehr in der Kommunikation zum Roboter geben”, so Drechsler weiter. Er plädiert für “No-Code-Ansätze”. Roboter müssen also noch intuitiver in ihrer Bedienung werden. Die Roboter-Programmierung darf kein Studium voraussetzen und muss spielerisch einfach sein.

Johannes Stoll spricht bereits von einer „Demokratisierung der Robotik“: Es gebe immer mehr Tools, Apps und Programmierhilfen, die Unternehmen Einricht- und Programmieraufwand abnehmen. “Handwerker können sich somit selbst durch ‘learning by doing’ Wissen aneignen und den Roboter zunehmend zu ihrem neuen Werkzeug machen.”

Wie sich die Robotik im Handwerk weiterentwickeln wird

Im Bauhandwerk sind Roboter keine Zukunftsfantasie mehr. Hier ersetzen Drohnen zeitaufwendige Bilddokumentationen. Exoskelette hören sich archaisch an, sind aber hochmoderne Anzüge, die die Mobilität der Arbeiter signifikant verbessern. “Diese körpergetragenen Systeme unterstützen die Mitarbeiter mit Kraft und können so künftig dafür sorgen, dass gerade auch ältere Angestellte körperlich entlastet werden”, wie Johannes Stoll erklärt. “Weiterhin werden Roboter künftig sicher auch weitere Prozesse wie Schleifen und Polieren übernehmen, bei denen im Gegensatz zum Schweißen Prozesskräfte gefordert sind.”

Etwas abstrakter beurteilt Jan Drechsler die Entwicklung der Robotik in kleinen und mittelständischen Betrieben: “Es wäre wünschenswert, wenn wir einen Optimismus für die Automatisierung und die Robotik entwickeln, damit diese Technologie als etwas Positives, etwas Wertschöpfendes, eingeführt wird, nicht als eine Notlösung.”

Aus der Not geboren ist auch die Servicewüste Deutschland. Mit innovativen Technologien aus der Roboter-gesteuerten Automation lassen sich einige Argumente gegen den Fachkräftemangel formulieren. Mit diesen Formulierungen müssen nun neben Bonusprämien für Vertragsabschlüsse auch diejenigen neuen Fachkräfte angesprochen werden, denen die Wertschöpfung eines Unternehmens wichtiger ist, als das bezuschusste Monatsticket für die Straßenbahn.

Warum jede Digitalisierung Fachkräfte braucht

Wir begeben uns auf eine überschaubare Zeitreise in das Jahr 2030: Stellen Sie sich nun einmal vor, dass Ihnen Ihr Kühlschrank die Einkaufsliste schreibt und diese digital versendet. Sie müssen sich um nichts mehr kümmern. Vielleicht sind Sie stolzer Besitzer eines Eigenheims und freuen sich schon auf die sanfte Landung der Delivery-Drohne in Ihrem Vorgarten. Für Ihre BBQ-Party ist gesorgt ‒ ein voll digitalisierter Service.

In den eigenen vier Wänden sprudelt ihr Wasserhahn per Sprachbefehl kochend heißes Wasser in den Kochtopf. Ihre Waschmaschine meldet technische Fehler über das WLAN-Netz direkt an den Wartungsservice ihres Vertrauens. Sie müssen weder die Bedienungsanleitung lesen, noch stundenlang in Servicehotlines festhängen. Also wo soll sich denn hier bitte die Servicewüste Deutschland auftun? Denken Sie bei der Beantwortung der Frage an die Prozessprogrammierung, -steuerung und -überwachung dieser IT-Vorgänge. Wer repariert Ihren Kühlschrank, wenn es in ihrer Wohngegend keinen Elektrofachbetrieb mehr gibt? Wer installiert Ihnen die Hardware für den Wasserhahn, wenn der nächstgelegene Sanitärhandwerker erst in sechs Monaten wieder eine kleine Lücke im Terminkalender hat? Wer stellt die Sensorik per remote an Ihrer Waschmaschine wieder auf Regelbetrieb, wenn die automatisierte Waschmitteldosierung außer Kontrolle gerät?

Die Digitalisierung in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen braucht Fachkräfte, die sie konfigurieren, monitoren und optimieren. Die Betriebe aus Handwerk und Industrie haben die Technik und das Wissen ‒ aber immer weniger Mitarbeiter, die diesen Schatz bewahren. Dabei müsste er einfach ausgegraben und beworben werden. Der Glanz des digitalen Goldes wird neue Mitarbeiter nicht blenden, sondern magnetisch anziehen. Gehen Sie Ihren Weg. Zeigen Sie dem Markt, welche Chancen moderne Technologien wie die Robotik für die Zukunftsfähigkeit Ihrer Branche bieten.

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