Die Rockband Compressorhead stellt sich vor: Stay Tuned

| von Ragna Sonderleittner

Die Band Compressorhead aus Berlin spielt Hard-Rock und Metal auf elektrischen und akustischen Instrumenten und gibt Konzerte - soweit nichts ungewöhnliches. Allerdings besteht diese spezielle Band ausschliesslich aus Robotern: Fingers, dem Gitarristen, Bones am Bass, Stickboy mit stilechter Irokesen-Frisur auf dem metallenen Haupt am Schlagzeug, Stickboy junior an den Hi-Hats und Mega Wattson sowie Hellga Tarr am Mikrofon. Im November 2017 erschien das erste eigene Album, Party Machine.

Dies ist ein Beispiel für viele kuriose Blüten, die die Entwicklung der Robotic treibt. Dass die Compressorheads eine deutsche Gruppe sind, macht sie fast schon zu einer Besonderheit - die meisten Roboter, die nicht für die Industrie, sondern für alle Arten der sozialen Interaktion gebaut werden, kommen aus Japan.

Die Japaner haben keine Berührungsängste, sondern lieben ihre Roboter regelrecht und bauen welche für jede Lebenslage.

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Die Gefährten

Humanoider Roboter Pepper
Dieses Wesen ist als Gesellschafter konzipiert und schafft es, eine persönliche Bindung seines Nutzers zu ihm herzustellen. - Bild: Softbank Robotics

Roboter-Gefährten stellen eine große Gruppe an Anwendungen für den Alltag. Besonders weit entwickelt ist Pepper, ein 1,20 Meter großer humanoider Roboter des französischen Herstellers Aldebaran Robotics und der japanischen SoftBank Corp. Er erkennt Mimik, Gestik und Stimmlage seines Gegenübers und reagiert darauf. Bewerkstelligt wird das mit vier Mikrofonen, zwei HD-Kameras - eine anstelle des Mundes, eine auf der Stirn - und einem 3D-Abstandssensors hinter den Augen. Im Torso befindet sich ein positionsstabilisierender Gyrosensor und der Kopf und die Hände sind mit Berührungssensoren ausgestattet. Pepper verfügt über Wi-Fi und Ethernet und kann selbständig im Internet nach Daten suchen.

Japaner, denen Pepper vorgestellt wird, sind begeistert, denn Peppers Reaktionen sind vergleichsweise schnell: eine Antwort kostet ihn nur einen Augenblick oder höchstens ein bis zwei Sekunden. So können "echte" Gespräche geführt werden.

Pepper lässt sich für den Privatgebrach kaufen und kostet rund 1500 Euro. Er lernt duch den Umgang mit "seinem" Menschen permanent dazu. Über Apps kann man ihm dann auch noch weitere Fähigkeiten hinzufühen, etwa Luftgitarre zu spielen oder Wutanfälle zu entwickeln. Sehr amüsant, nicht wahr?

Video: Vier Roboter, die von der Natur lernen

Wie sich Robotik-Entwickler an der Natur orientieren und so beispielsweise die Archäologie unterstützen oder bei der Säuberung der Weltmeere helfen können, das erläutert unser Kollege Wolfgang Kräußlich in seinen Youtube-Kanal 'Next Robotics'.

Die Therapeuten

Therapeutische Robbe Paro
Mittlerweile wird die therapeutische Roboter-Robbe Paro auch mit gutem Erfolg in 40 deutschen Einrichtungen als Therapiemittel in der Betreuung von Menschen mit Demenz eingesetzt. - Bild: ParoRobotics.com

In Ländern mit alternden Gesellschaften ist der Pflegenotstand ein massiver Treiber für diverse Roboterentwicklungen.  Sie sollen das Personal in wichtigen Betreuungsaspekten wie Zuwendung und Ansprache unterstützen. Und was gäbe es netteres, als eine kuschelige Robbe, die man streicheln kann und die dann wohlige Geräusche von sich gibt? Paro ist so eine Roboter-Robbe. Der  japanische Hersteller ParoRobotics hat mit der Puppe ein Junges einer Sattelrobbe nachempfunden. Der Roboter, der von einem flauschigen Pelz umgeben ist, nimmt über Drucksensoren Bewegungen wahr und reagiert darauf - mit Augenklimpern, Kopfbewegungen und Geräuschen, die denen von echten Sattelrobbenjungen ähneln. Demenzkranke bauen oft sehr schnell eine persönliche Beziehung zu diesem Tierchen auf und sind in der Folge besser ansprechbar.

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Die Barkeeper

Roboterarm von Kuka als Barkeeper
Die Rooftop-Bar des 5-Sterne-Hotels TownHouse Duomo in Mailand beschäftigt einen Roboter als Barkeeper. - Bild: Kuka

Auf der Dachterasse eines Mailänder Hotels haben zwei Roboter aus dem Hause Kuka die Bar fest im Griff. Per App bestellen die Gäste ihren Drink und die schweigsamen Gesellen, die offenbar beide auf den Namen "Toni" hören, beginnen mit der Arbeit. Die Roboter aus der KR Agilus Baureihe vom Typ KR 10 R1100 und KR 6 R900-2 teilen sich die Aufgaben beim Zubereiten der Drinks: Während der eine das Mischen, Rühren und Schütteln übernimmt, zeigt der andere coole Dance-Moves und unterstützt beim Ausschenken. Entwickelt wurde das vollautomatische Bar-System von dem 2014 in Turin gegründeten Unternehmen Makr Shakr. Ein weiterer Roboter-Barkeeper wirkt in London und für die Zukunft ist von Makr Shakr eine weitere Innovation geplant: "Guido“, eine selbstfahrende, mobile Roboter-Bar, soll schon bald auf Straßenfesten oder Messen seine Runden drehen.

"Wir laden die Besucher dazu ein, auf eine einfache Art und Weise mit den Robotern zu spielen“, sagt Alessandro Incisa, Chief Technology Officer bei Makr Shakr. "Die Bestellung bei Toni bietet den Nutzern eine Gelegenheit zur sozialen Interaktion. Sie können sich über die App beispielsweise mit anderen über Rezepte austauschen oder Fotos in sozialen Netzwerken posten.“

Die Doppelgänger

Ishiguro und sein Roboter-Doppelgänger
Der Geminoid H1 (links) wurde von Ishiguro (rechts) entwickelt. Bild: ATR Hiroshi Ishiguro Laboratories

Dr. Hiroshi Ishiguro, Direktor des Intelligent Robotics Laboratory an der Universität Osaka hat sie erfunden, drei Roboter-Doppelgänger. Zunächst seinen eigenen, den er an seiner Stelle seine Vorlesungen halten liess, um die Reaktionen der Studenten darauf zu studieren. Und zwei weitere, zuletzt einen für den Dänen Henrik Schärfe, Professor für Computervermittelte Erkenntnistheorie an der Universität Aalborg. Auch Schärfe hat seinen Roboter als Alter Ego in bestimmten beruflichen Situationen eingesetzt und damit alle denkbaren Reaktionen von Staunen bis brüske Ablehnung hervorgerufen.

Schärfes Geminoid-DK hat 150.000 Euro gekostet, kann dafür aber vergleichsweise wenige Dinge aus sich heraus selbst tun. Was wirkt wie ein echter Doppelgänger, ist in so gut wie allem auf das Original angewiesen: Wenn er scheinbar redet, gibt er lediglich die über Mikrophon vermittelte Rede und die Gesichtsregungen seines Bedieners wieder, dessen Gesicht von einer angeschlossenen Kamera aufgezeichnet wird. Das Phänomen der täuschend echt wirkenden Zwillinge liegt nicht in dem, was sie können, sondern woanders, nämlich bei eher philosophischen Fragen: Wer bin ich als Mensch und was bin ich nicht.

Hiroshi Ishiguro hat sein Gesicht jedenfalls mittlerweile der plastischen Chirurgie anvertraut, damit er seinem Geminoid weiterhin ähnlich sieht. Oder umgekehrt.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_kro" existiert leider nicht.