Schunk co-Act in der Anwendung

Die Co-act Greifer von Schunk ermöglichen ein sicheres Zusammenspiel von Mensch und Roboter. - Bild: Schunk

| von Schunk

Wo liegen Stärken des Roboters, wo die Stärken des Menschen? Auf einen Nenner gebracht: Robotern fällt leicht, was Menschen in der Produktion schwerfällt und umgekehrt. Sie können viele Dinge tun, die für Menschen eine Qual sind. Beispielsweise das Heben und wiederholgenaue Ablegen größerer Lasten oder das millimetergenaue Setzen unzähliger Schweißpunkte im Karosseriebau. Die Stärke der Robotik liegt in der Wiederholung einfacher Handhabungstätigkeiten in der Produktion. Diese führen sie mit deutlich höherer Geschwindigkeit und Präzision aus als ihre menschlichen Kollegen. Wenn nötig, bringen sie weit höhere Kräfte auf und liefern 24 Stunden am Tag eine konsistente Qualität ab, ohne zu ermüden. Menschen dagegen sind mit ihren kognitiven Fähigkeiten einzigartig, etwa mit ihrem Verständnis der Aufgabe. Sie nehmen auch unerwartete Ereignisse und Zusammenhänge wahr und reagieren situationsgerecht ohne vorangehende Programmierung. Menschen können sich an ihr Arbeitsumfeld und die aktuelle Arbeitssituation auf einzigartige Weise anpassen. Sie sind in der Lage, Probleme schnell zu lösen, spontan einzugreifen und zu improvisieren. Sie beherrschen wechselnde Arbeitssituationen, auf die sie nicht zuerst programmiert werden müssen. Dafür sind sie in der Regel bei der Arbeit langsamer und weniger wiederholgenau als ihre Maschinenkollegen.

Machen Sie mit bei unseren Robotik-Events

Bild: Adobe Stock/Val Thoermer

Sie wollen live erleben, wie Handwerker und kleinere Industriebetriebe jetzt von Robotik profitieren? Dann besuchen Sie unsere interaktiven Robotik-Events 2020:

  • am 21. Oktober in München,
  • am 5. November in Köln und
  • am 18. November in Sigmaringen.

‚Hands on‘ und echte Praxis garantiert!

Auf den Events können Sie Roboter nicht nur anschauen, sondern ausprobieren. Egal ob Schweißen, Teile greifen oder polieren mit dem Roboter – probieren Sie direkt aus, wie einfach sich Roboter bedienen und programmieren lassen.

Da wollen Sie dabei sein? Mehr Infos zu unseren Robotik-Events gibt es hier!

Der Roboter entlastet den Menschen in der Produktion

Vor allem dort, wo eine Vollautomatisierung wirtschaftlich nur bedingt umsetzbar ist, wird es nach Ansicht des Spezialisten für Greifsysteme und Spanntechnik Schunk künftig üblich sein, Teilprozesse herauszulösen und sie zwischen Mensch und Roboter aufzuteilen, ohne jedoch den Prozess grundlegend zu ändern. Dies betrifft insbesondere Anwendungen, bei denen die Stückzahl für vollautomatisierte Lösungen zu gering und für manuelle Tätigkeiten zu groß ist, beziehungsweise umgekehrt die Teilevarianz für eine manuelle Tätigkeit zu gering und für eine vollautomatisierte Lösung zu groß ist. In solchen Szenarien bringt der Einsatz von Cobots und Leichtbaurobotern entscheidende Vorteile: Sie sind preisattraktiv, einfach zu programmieren und steigern die Produktivität. Einzelne Prozessabschnitte lassen sich mit der Robotik schnell und kostengünstig automatisieren. Kollaborative Lösungen können die Mitarbeiter zusätzlich von bislang nicht automatisierbaren oder ergonomisch ungünstigen manuellen Arbeitsschritten entlasten. Zudem senken sie die Gefahr von Verletzungen und sie sichern bei reproduzierbaren Prozessen eine konstante Qualität - unabhängig von der Tagesform des Bedieners.

Schunk Grafik Kollaborationsarten
Das Miteinander von Mensch und Roboter kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Mit seinem Co-act Team unterstützt Schunk gerade auch kleinere Betriebe beim Start in die Mensch-Roboter-Kollaboration. - Bild: Schunk

Normen und Fachinformationen zur Mensch-Roboter-Kollaboration

Zahlreiche Arbeitskreise haben ein gemeinsames Verständnis zur Mensch-Roboter-Kollaboration entwickelt, den erforderlichen Normierungsbedarf identifiziert und Lösungsansätze für die Anwendung der MRK in der betrieblichen Praxis erarbeitet. Das Positionspapier "Sicherheit bei der Mensch-Roboter-Kollaboration" beispielsweise, das der VDMA in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Montage, Handhabung und Industrierobotik (MHI) veröffentlicht hat, liefert konkrete Lösungsansätze zu MRK. Eine umfassende Themendokumentation zur MRK ist im Internet auf diversen Arbeitsschutzplattformen zu finden. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) hat wesentliche Schritte auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung der MRK in frei über das Internet zur Verfügung stehenden Statuspublikationen und Handreichungen offengelegt.

Informationen über Sicherheitsanforderungen in Zusammenhang mit MRK wurden von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) in ihrer DGUV Information 209-074 zusammengefasst, die ebenfalls frei zum Download angeboten wird. Damit die Verwendung von kollaborierenden Robotersystemen und die vorangehende BG-Zulassung zum Erfolg und nicht zum Risiko wird, sind bei der BGHM eine Checkliste und weitere Fachinformationen zusammengestellt. So liefert beispielsweise die DGUV-Information "Kollaborierende Robotersysteme – Planung von Anlagen mit der Funktion Leistungs- und Kraftbegrenzung" wesentliche Grundlagen.

Zertifizierter Greifer für den kollaborierenden Betrieb

Schunk Co-act EGP-C Greifer
Der Schunk Co-act EGP-C Greifer wurde als weltweit erster Industriegreifer von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV für den kollaborierenden Betrieb zertifiziert und zugelassen. - Bild: Schunk

Um Anwender beim Einstieg in die Mensch-Roboter-Kollaboration zu unterstützen, leistet Schunk einen zweifachen Beitrag: Zum einen berät das interdisziplinär zusammengesetzte und speziell zu diesem Zweck geschulte Schunk Co-act Team bei der Realisierung von MRK-Projekten. Zum anderen bietet Schunk mit seinen Co-act Greifern für kollaborierende Anwendungen die passenden Komponenten für MRK-Applikationen. Darunter befindet sich unter anderem der Schunk Co-act EGP-C Greifer, der als weltweit erster Industriegreifer von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV für den kollaborierenden Betrieb zertifiziert und zugelassen wurde. Der kompakte, mit einer Kollisionsschutzhülle umhauste 2-Finger-Parallelgreifer deckt ein breites Einsatzspektrum ab. Er erfüllt die Anforderungen der ISO/TS 15066 und ist so konstruiert, dass er einen Menschen nicht verletzten kann. Eine sichere Strombegrenzung gewährleistet, dass die Anforderungen für kollaborierende Anwendungen zuverlässig erfüllt werden. Mit seinem DGUV-Zertifikat leistet der Greifer einen wichtigen Beitrag, um den Zertifizierungsprozess kompletter MRK-Systeme deutlich zu verkürzen.

MRK-Check für Arbeitsplätze

Welche Arbeitsplätze eignen sich für den Einsatz kollaborativer Roboter?

  • Anstrengende, eintönige oder schmutzig Arbeiten: Typische Aufgaben also, die bislang kein Produktionsmitarbeiter gerne übernimmt. Durch die Mensch-Roboter-Kollaboration erfahren Werker eine Entlastung und können sich auf hochwertigere Tätigkeiten konzentrieren.
  • Konzentrationsintensive und risikoreiche Tätigkeiten: MRK-System entlasten den Werker, senken das Risiko von Fehlern oder Unfällen und verbessern die Fertigungsqualität.
  • Beladung von Maschinen: Robotersysteme schaffen die Grundlage für eine Mehrmaschinenbedienung und ermöglichen eine mannlose Be- und Entladung von Maschinen. Der Einsatz von MRK-Systemen ermöglicht es dem Werker, sicher direkt an der Maschine zu arbeiten ohne einen störenden und aufwändigen Schutzzaun.
  • Alternative zur Vollautomatisierung: Wo eine komplette Automatisierung von Produktions- oder Montagelinien zu teuer oder nur bedingt umsetzbar ist, lassen sich Teilprozesse herauslösen und zwischen Mensch und Roboter aufteilen.
  • Nachrüstung von Robotern an bestehenden Produktionsanlagen: Überall dort, wo aus Platzgründen bislang kein Umbau der Maschine und keine Nachrüstung mit trennenden Schutzeinrichtungen oder Zäunen möglich waren.

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