Menschliche und Roboterhand strecken Zeigefinger zueinander aus

Viele Unternehmen schrecken noch vor dem Einsatz von Robotern zurück. Dabei kann gerade eine Zusammenarbeit von Mensch und Maschine Unternehmen große Vorteile bringen. (Bild: Adobe Stock / sdecoret)

Manch einer mag sich fragen: Warum erobern Roboter erst jetzt den Mittelstand? Tatsächlich ist die allgemeine Wahrnehmung jedoch so, dass wir noch relativ am Anfang des Erfolgszuges der Roboter in diesem Sektor stehen. So haben europaweit erst rund vier bis fünf Prozent der Unternehmen Roboter im Einsatz.

Laut unserer Umfrage zu Robotern im Mittelstand sind es bei den Mittelständlern hierzulande (mit 50 bis 500 Mitarbeitenden) immerhin schon 14 Prozent. Viele sind bisher vor dem Einsatz der neuen „Kollegen“ zurückgeschreckt – vermutlich deshalb, weil die Komplexität der Roboter und deren Kosten zu große Hürden dargestellt haben.

Aber die Planungen scheinen in Gang gekommen zu sein, sodass mehrere den Einstieg bereits planen. Denn mit den neuen Digital Robots, die klein und trotzdem leistungsfähig sind, keinerlei Vorwissen bei ihrer Bedienung erfordern und sich teilweise auch schon nach sechs Monaten amortisiert haben, stehen das erste Mal Lösungen bereit, die für den Mittelstand wie maßgeschneidert sind.

Hälfte der Mittelständler erwägt Roboter-Anschaffung

Über die Hälfte der Mittelständler arbeitet also schon an der Anschaffung eines Roboter-Kollegen, denn die zuständigen Führungskräfte haben das Potenzial der neuen Mitarbeiter erkannt. Ungleich der vorherrschenden Befürchtung, Mitarbeitende würden aus Angst um ihre Position entsprechende Modernisierungsprojekte ablehnen, sind diese ihren neuen „Kollegen“ gegenüber ebenfalls eher positiv gestimmt. Facharbeiter freuen sich sogar darauf, endlich Teil des Digitalisierungsprozesses zu werden.

So bewertet es laut Umfrage rund ein Drittel der Belegschaft als positiv, dass nun auch bei ihnen High Tech am Arbeitsplatz Einzug hält und sie auf diese Weise, durch bessere Ausstattung, eine Anerkennung ihrer direkt wertschöpfenden Arbeit erhalten. Schließlich wurden bereits andere Bereiche, wie Büros und Home-Offices, technologisch aufgewertet.

Zur Person: Jens Riegger

Jens Riegger, CEO Fruitcore Robotics
(Bild: Fruitcore Robotics)

Jens Riegger (Foto) ist Chief Executive Officer und einer der Mitgründer von Fruitcore Robotics. Das Unternehmen mit Sitz in Konstanz am Bodensee existiert seit 2017 und gilt als eine der deutschen Erfolgsgeschichten in Sachen Robotik. Vor seinem Studium zum Master of Engineering an den Hochschulen Karlsruhe und Konstanz hat Riegger eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert.

Unterschiedliche Aufgaben für Mensch und Roboter

Damit sich im gesamten Transformationsprozess jeder Mitarbeitende abgeholt fühlt und über Neuerungen Bescheid weiß, ist es wichtig, dass Führungskräfte ihnen entsprechend die Möglichkeit zur Mitsprache anbieten. Denn versetzt man sich in die Lage eines Facharbeiters, so wird deutlich: Wenn ich beispielsweise an der Produktion eines Produktes beteiligt bin, dann bin ich für Aufgaben verantwortlich, auf die ich stolz bin oder die mir Freude bereiten, ebenso bei anderen, die ich zu erledigen habe.

Setzt mein Management nun einen Roboter neben mich, sollte dieser nicht genau jene Arbeitsschritte übernehmen, die ich selbst erledigen möchte. Deshalb ist es immer empfehlenswert, die Mitarbeitenden so früh wie möglich in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Sie sollten mitentscheiden, welche Aufgaben sie abgeben, welche neuen hinzukommen und ob gegebenenfalls ein Wechsel an eine andere Stelle oder eine Weiterbildung Sinn ergeben würden.

Diese Art der Zusammenarbeit zwischen Führungs- und Fachkräften fördert auch eine höhere Akzeptanz gegenüber den Robotern. Denn die Umfrage zeigt auch, dass Trainings den Mitarbeitenden ebenfalls wichtig sind und der menschlich-soziale Kontakt genauso wenig verloren gehen darf. Niemand sollte ausschließlich mit Robotern arbeiten. Und das kann jedes Unternehmen einfach sicherstellen.

Die Aussicht auf Gehaltserhöhungen, wenn andere, qualitativ höherwertige Aufgaben übernommen werden, sind ebenfalls ein Mittel, um Akzeptanz zu schaffen. Das signalisiert zudem: Mit dem Unternehmen geht es dank Digital Robots voran, und mit der eigenen Karriere ebenfalls.

Die Grundlagen zum Thema Robotik

Mit dem Thema kollaborative und Low-Cost-Robotik kommen auf Mittelstand und Handwerksbetriebe ganz neue Fragestellungen zu. Im folgenden finden Sie die wichtigsten Grundlagen verständlich erklärt:

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Verbesserungen in Bezug auf Produktivität und Qualität

Klar ist, mit dem Einsatz der Roboter-Kollegen erwarten sich viele Mitarbeitende Verbesserungen in Bezug auf Produktivität und Qualität. Das erleichtert nicht nur den Arbeitsalltag, sondern hat auch positive Effekte auf die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Denn fast drei Viertel der Befragten haben bestätigt, dass sie aktuell sehr schwer qualifiziertes Personal finden. Der Fachkräftemangel ist real und wird auch noch länger eine zentrale Herausforderung im Mittelstand bleiben.

Zweifelsohne können Unternehmen jetzt nicht einfach nur noch Roboter „einstellen” – denn klar ist, dass viele Aufgaben derzeit nach wie vor noch von Menschenhand erledigt werden. Aber Digital Robots sind im Kampf gegen den Fachkräftemangel ein großer Hoffnungsträger: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht in ihnen ein wirksames Mittel, um dem Bedarf an Fachkräften nachhaltig entgegenzuwirken. Zudem sind Roboter ein essenzieller Treiber der Digitalisierung.

Widerstand gegen Konnektivität bröckelt

Können Roboter mit ihrer Umgebung vernetzt und so das eigene Industrial IoT (IIoT), die Produktionsumgebung sowie die Produkte optimiert werden, ist das ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit. Vor ein paar Jahren haben wir hier oft noch Widerstand erlebt – gerade in den Bereichen Connectivity und Cloud. Aber das ändert sich gerade. Der Mittelstand ist im Umbruch und setzt Schritt für Schritt auf Deeptech. Und jeder, der das noch nicht getan hat, sollte jetzt dringend nachrüsten, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben.

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