Lochkarten-gesteuerter Jacquard-Webstuhl

Durch die Jahrhunderte haben die Menschen versucht, monotone Bewegungen mechanisch zu automatisieren, wie etwa mit dem Lochkarten-gesteuerten Jacquard-Webstuhl. (Bild: stock.adobe.com - Mark Hu)

Schon lange, bevor George Devol und Joseph Engelberger Mitte der 1950er-Jahre den ersten Industrieroboter gebaut haben, hat die Menschheit mit Automaten experimentiert - in der Regel, um Bewegungsmuster, die ansonsten Menschen vorbehalten waren, automatisch zu erzeugen. Mit Industrie-Robotern nach heutiger Definition hatte das nichts zu tun. Dennoch waren es wichtige Vorläufer für die Robotik von heute.

Hier sind 5 Beispiele für diese Vorfahren und Urahnen der Roboter:

1. Der chinesische Südzeiger

Das wahrscheinlich älteste Exemplar der Kategorie Roboter-Urahn ist der Kompasswagen oder Südzeiger, der in der chinesischen Literatur das erste Mal etwa 2.500 vor Christus erwähnt wird. Es handelt sich um einen Wagen mit einer darauf montierten Figur. Durch einen Zahnrad-Mechanismus ähnlich einem Differential-Getriebe wird erreicht, dass die Figur immer in die gleiche Himmelsrichtung zeigt, auch wenn der Wagen Kurven fährt.

Der Schreinermeister Armin Riedl hat für das deutsche Museum in München einen Südzeiger nachgebaut und erklärt im folgenden Video, wie er bei der Rekonstruktion dieses historischen “Navigationssystems” vorgegangen ist:

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2. Herons Theaterwagen

In der westlichen Hemispäre darf wohl der griechische Ingenieur Heron als “Erfinder” der Robotik-Automatisierung gelten. Durch ein ausgeklügeltes System von Gewichten und Seilen ließ Heron etwa um 50 vor Christus bei einer Theateraufführung Wagen wie von selbst eine vordefinierte Route über die Bühne fahren. Wie das funktioniert hat und warum man sogar von einer Art “Seil-Programmiersprache” bei Heron reden kann, erklärt im Video Ben Crystall vom Magazin New Scientist. Er hat das Gefährt nachgebaut:

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3. Leonardo da Vincis Ritter-Roboter

Den ersten "humanoiden Roboter” hat wohl das italienischen Universalgenie Leonardo da Vinci im späten 15. Jahrhundert geschaffen. Zumindest in seinem Kopf und dem Codex Atlanticus, einer Sammlung seiner Skizzen. Dort findet sich der Entwurf für einen mechanischen Ritter, der wohl durch einen Mechanismus aus Zahnrädern, Seilzügen und Umlenkrollen  Arme und Beine sowie Kopf und Mund bewegen sollte. Ob der Ritter-Roboter zu Leonardos Zeiten je gebaut wurde, ist nicht bekannt. Ein Nachbau auf Basis seiner Skizzen steht im Leonardo-Museum in Florenz:

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4. Die drei Androiden von Jaquet-Droz

Mit seinen fortschrittlichen Uhrwerken hatte der in der Schweiz geborene Uhrmacher Pierre Jaquet-Droz schon ein Vermögen am spanischen Hof gemacht, als er sich Mitte des 18. Jahrhunderts an die Konstruktion von Automaten machte: menschenähnlichen mechanischen Wunderwerken, die mehr oder minder komplexe Tätigkeiten ausführen. Sein Meisterwerk, die drei Androiden – der Schreiber, der Zeichner und die Organistin – stellt Jaquet-Droz 1774 im Schweizer Uhrmacher-Mekka  La Chaux-de-Fonds einer staunenden Öffentlichkeit vor. Sie sind erhalten und können bis heute im Kunsthistorischen Museum von  Neuenburg besichtigt werden - oder in folgendem Video:

5. Fritz Langs Maschinen-Maria

Ok, sie passt nicht wirklich in diese Auflistung, da es nur um Kino und nicht um echte Mechanik geht. Aber eine der schönsten Roboter-Urahninnen ist nun einmal die Figur der Maschinen-Maria im Film Metropolis von 1927, gespielt von Brigitte Helm. Wohl kaum ein Kunstwerk hat das Bild des Maschinenmenschen im 20. Jahrhundert stärker geprägt als der Film von Fritz Lang.

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