Der Eingangsbereich zum neuen globalen Innovations- und Bildungscampus für Maschinenautomation von ABB bei B&R in Österreich.Mit eig

Der Eingangsbereich zum neuen globalen Innovations- und Bildungscampus für Maschinenautomation von ABB bei B&R in Österreich. (Bild: ABB)

Es war ein großes Thema auf der Automatica 2022: Der Fachkräftemangel und wie er ausgerechnet auch die Automatisierungsbranche trifft. Die Unternehmen der Robotik und Automation sehen sich einem schon jetzt einem massiven Arbeits- und Fachkräftemangel ausgesetzt, der sich durch das bevorstehende Ausscheiden der „Baby-Boomer“-Generation aus dem Arbeitsmarkt noch stark beschleunigen wird.

Der VDMA fordert in Sachen Nachwuchs-Generierung ein stärkeres Engagement von der Politik. Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation: "Die Curricula der Bundesländer sind sehr unterschiedlich, in einigen kommt Technologie als Thema kaum vor". Dabei seien gerade Roboter ein "Iconic Tool", um bei der jungen Generation das Interesse am Thema Automatisierung zu wecken.

Zugleich hätten die Unternehmen erkannt, dass sie sich nach Kräften selbst bemühen müssten, dem Mangel an Nachwuchskräften zu begegnen, so Frank Konrad, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. Drei Beispiele für solche Bemühungen:

ABB: Ein Campus für die Fabrikautomation

Der ABB-Konzern hat bei seinem Tochterunternehmen B&R in Österreich  einen globalen Innovations- und Bildungscampus eröffnet. Die Einrichtung am B&R-Hauptsitz in Eggelsberg wird nach Unternehmensangaben bis zu 1.000 zusätzliche High-Tech-Arbeitsplätze schaffen und umfasst neben Forschungslabors für internationale Spitzenforschung auch globale Schulungseinrichtungen für jährlich bis zu 4.000 Menschen. B&R kooperiert dafür mit mehreren Hochschulen. Insgesamt hat ABB 100 Millionen Euro in den Ausbau des B&R Headquarters investiert.

Mehr zu dem neuen Campus in folgendem Youtube-Video:

8 von 10 Unternehmen wollen mehr Automation

Laut einer aktuellen Umfrage von ABB planen 8 von 10 Unternehmen in Europa und den USA, den Automatisierungsgrad ihrer Fertigung zu erhöhen. 7 von 10 Betrieben wollen Produktion in die Nähe des Heimmarktes oder in den Heimmarkt selbst verlagern. Das potenzielle Marktvolumen für Maschinen- und Fabrikautomation weltweit wird derzeit auf 20 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt und soll bis zum Jahr 2030 auf 31 Milliarden Dollar jährlich ansteigen.

Sami Atiya, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation
Sami Atiya, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation (Bild: ABB)

Sami Atiya, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation: „Wir befinden uns in einem Jahrzehnt des Wandels hin zur Robotik und Automation. Unsere Kunden reagieren auf globale Arbeitskräfte- und Lieferengpässe sowie die steigende Nachfrage der Verbraucher nach personalisierten und nachhaltigen Produkten. Hier am neuen ABB Campus helfen wir Kunden dabei, auf diese Trends zu reagieren.“

Lenze: Digital Hub Industry

Nur wenige Tage zuvor wurde der Digital Hub Industry (DHI) in Bremen feierlich eröffnet wurde. Der Ideen- und Experimentierraum mit industriellem Schwerpunkt entstand im Schulterschluss zwischen dem Bremer Senat, der Universität Bremen, der Lenze SE und der Encoway GmbH, einem Tochterunternehmen des Hamelner Automatisierungsspezialisten.

Die Grundidee des DHI ist, einen Ort für den Austausch zwischen Unternehmen und Forschungsbereichen der Universität und Hochschulen zu schaffen. Auf der einen Seite liefern die Unternehmen wie Lenze ihr industrielles Know-how und bringen ihre aktuellen Problemstellungen als konkrete Objekte für Forschungsvorhaben ein. Auf der anderen Seite profitieren die Unternehmen von den Forschungsergebnissen und können diese in neue digitale Produkte, Dienste oder Geschäftsmodelle transformieren.

Die Eröffnung des Digital Hub Industry in Bremen
Die Eröffnung des Digital Hub Industry in Bremen. (Bild: Lenze / Jens Lehmkühler)

Vereinfachter Zugang zu Fachkräften

Herzstück des Hubs im Neubau Neos mit seinen ca. 16.000 Quadratmetern Büro-, Labor- und Eventflächen ist ein Open Innovation Lab mit Coworking- und Maker-Spaces, vielfältigen Laborflächen und einer großen Veranstaltungsfläche. Hier können etablierte Industrieunternehmen gezielt miteinander, mit Wissenschaftlern der Universität oder mit Start-Ups und „digitalen“ Talenten kooperieren. In Zeiten von Fachkräftemangel biete der Digital Hub Industry einen weiteren Vorteil, denn durch die unmittelbare Nähe zur Universität Bremen schafft er einen einfachen Zugang zu Fachkräften, Talenten und Innovatoren, so Lenze in einer Mitteilung.

Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen: „Der Digital Hub passt mit seiner Ausrichtung hervorragend zum fachlichen Profil vieler unserer technischen Studiengänge und zu unserer Transferstrategie insgesamt. Von der Zusammenarbeit werden alle Seiten profitieren: Forschende werden neue Aufgabenstellungen und Anregungen aus der Praxis bekommen, Studierende können sich früh mit den Anforderungen der Fachpraxis auseinandersetzen und Unternehmen profitieren vom Zugang zu Know-how und Fachkräften.“

Stiftungsprofessur: Kobotik und soziotechnologische System

Eine von 14 Mitgliedern des Wirtschaftsverbands Industrieller Unternehmen Baden e.V. (wvib) gestiftete Professur für Kobotik und soziotechnologische Systeme geht zum Wintersemester 2022/2023 an den der Hochschule Offenburg an den Start: Thomas M. Wendt übernimmt die mit rund 1,2 Millionen Euro dotierte Professur, die zugleich der Grundstein für ein Forschungszentrum der Robotik und Kobotik am neuen Campus West der Hochschule sein soll.

„Kollaborative Robotik und Automatisierung sind Zukunftsthemen. Kollaboration zwischen Industrie und Hochschule ebenfalls. Wir sind stolz auf die gelungene Berufung und freuen uns auf die gemeinsame Zukunft“, so wvib-Präsident Thomas Burger. Zu den Finanziers der Professur gehört unter anderem die Gisela und Erwin Sick Stiftung.

Informiert bleiben zum Thema Robotik!

E-Mail News zum Thema Robotik, verschickt von mi connect

Erhalten Sie jede Woche unsere Updates rund um das Thema Robotik im Handwerk und im Mittelstand. Sichern Sie sich noch heute ihren Vorsprung in Sachen Automatisierung!

Newsletter hier kostenfrei bestellen.

Die neue Stiftungsprofessur „Kobotik und soziotechnologische Systeme“ unterstützt laut der Hochschule den Transfer wissenschaftlicher Expertise in die regionale Wirtschaft. Dies geschieht durch konkrete Projekte, in denen wissenschaftlich fundierte Automationslösungen für praktische Anforderungen aus der Industrie entwickelt werden. Überdies findet Transfer über die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften statt.

„Gerade weil die süddeutsche Wirtschaft mittelständisch strukturiert ist, bietet die digitale Transformation der Industrie den Unternehmen besonderes Potenzial“, sagt Prof. Dr. Thomas M. Wendt.

Sie möchten gerne weiterlesen?

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos:

Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.

Mit der Registrierung akzeptiere ich die Nutzungsbedingungen der Portale im Industrie-Medien-Netzwerks. Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Sie sind bereits registriert?