Mitarbeiter steuert via Tablet eine Roboterfräse in einem holzverarbeitenden Betrieb

Für Handwerksunternehmen können KI-basierte Systeme zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden. (Bild: Adobe.com)

Der Kollege Roboter, der zunehmend mit künstlicher Intelligenz ausgestattet ist, bricht mit der Tradition des Handwerks.  Was die einen bestenfalls als innovativ sehen, lässt Traditionalisten im Handwerk hingegen mit dem Kopf schütteln. Wer die Vorteile der künstlichen Intelligenz jedoch erkennt, der schüttelt nicht mehr den Kopf, sondern die Hand des neuen Kollegen Roboter.

Wie funktioniert Künstliche Intelligenz?  

Künstliche Intelligenz (kurz: KI) ist längst keine Zukunftstechnologie mehr. Sie hat durch ihre mannigfaltigen Anwendungsoptionen einen riesigen Einfluss auf alle Segmente unserer Dienstleistungs- und Warenwirtschaft und ihren festen Platz in unserem Alltag. Persönliche Sprachassistenten wie Alexa, Siri oder andere intelligente Chatbots sind zu persönlichen Alltagsbegleitern des Homo Sapiens geworden.

Doch wie profitieren Handwerksunternehmen von der KI? KI-Anwendungen finden in der unternehmerischen Praxis zum Beispiel bei der vorausschauenden Wartung von Maschinen, bei Bildverarbeitungstools, den automatisierten Sortierprozessen von Waren wie Batterien oder Lebensmitteln und beim interaktiven Kundenservice ihre Anwendung.

Was können KI-Systeme leisten?

Neben klassischen Assistenzfunktionen besitzen KI-Systeme auch die Fähigkeit, Verhaltensweisen vorherzusagen. Im Einzelhandel wird KI etwa genutzt, um Kundenaufträge zu analysieren und vorherzusagen. Hersteller verwenden Künstliche Intelligenz, um ihre Qualitätskontrolle zu optimieren und Produktionsausfälle zu minimieren. KI steuert auch die Geschwindigkeit sowie den Output industrieller Produktionsprozesse. Für einige dieser Beispiele finden sich auch für Handwerksbetriebe erfolgreiche Anwendungsmöglichkeiten.


Künstliche Intelligenz ist überall dort eine Option, wo die Datenverarbeitung von Mustern und Vorhersagen abgeleitet werden kann. Handwerksunternehmer schaffen mit dem richtigen Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Entscheidungsgrundlage für eine zukunftssichere Betriebsführung.

In dem Youtube-Video des Hightech-Forum erläutert Prof. Tamim Asfour vom KIT, wie durch die Verschmelzung von Robotern und Künstlicher Intelligenz eine neue Generation von Robotern entsteht, die selbstständig wie ein Kind vom Menschen lernen kann. Das Hightech-Forum ist das zentrale Beratungsgremium der Bundesregierung zur Umsetzung der Hightech-Strategie 2025.

Wie profitieren Handwerker von KI-Anwendungen?

Der Arbeitssoziologe Norbert Huchler betont im Gespräch mit dem Deutschlandfunk dass “der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Handwerk durchaus sinnvoll sein könne – vor allem im administrativen Bereich”.  Jeder Handwerker hat die händische Arbeit in den Genen – Schreibtischarbeit mit digitalen Dokumentationspflichten zählt dabei nicht zu den Lieblingsaufgaben seiner Zunft. So kann ihm die KI beim Schriftwesen zur Beschaffung und Dokumentation von Prüfnachweisen oder Lagerbeständen unterstützen. „Diese Arbeiten finden in kleineren Betrieben vor allem am Wochenende statt”, wie Huchler ergänzt.  

Bei der eigentlichen Arbeit von Handwerkern zum Beispiel auf der Baustelle brauche es aber vor allem mehr intelligente Werkzeuge, sagt der Arbeitssoziologe – „und die müssen auf die jeweilige Tätigkeit zugeschnitten und vor allem nützlich sein und die Kompetenzen der Handwerker in den Mittelpunkt stellen und nicht ersetzen.“

Der Technologiemarkt bietet für den Handwerksunternehmer hier ein Potpourri von Helferlein. Demnach helfen bereits heute spezielle Scanner oder auch die Augmented und Virtual Reality dabei, Räume auszumessen. Über eine Cloud werden diese Daten kommuniziert, so dass damit etwa der Bauroboter Jaibot von Hilti ohne menschliche Hilfe Löcher in Betondecken bohrt.

Warum setzt eine Bäckerei auf Künstliche Intelligenz?

Wann und in welcher Menge brauchen die Filialen neue Ware? Wie müssen die Lagerbestände kommissioniert werden, um eine ausreichende Zahl an Backwaren zu gewährleisten? Wann muss die Auslegware in den Filialen aufgefüllt werden. Antworten auf diese Fragen gibt die KI einer Bäckerei. Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk hat einen Bäckereibetrieb mit mehr als 20 Filialen dabei unterstützt, die Ressourcen effizienter einzusetzen, wie handwerk-magazin.de schreibt.

Obwohl der Betrieb seit vielen Jahren erfolgreich am Markt agiert, blieben am Ende des Tages regelmäßig Backwaren übrig, die oft entsorgt werden mussten. Mithilfe eines KI-Systems ließe sich nun eine genaue Vorhersage des Warenabsatzes visualisieren und entsprechend steuern. Die bisherigen Verkaufszahlen der unterschiedlichen Backwaren in den jeweiligen Filialen dienten dabei als Basisdatenpool. Weitere Einflussfaktoren wie Wetter, Wochentage und Schulferien werden vom KI-basierten System in die Berechnung einbezogen.

Die KI ist autodidaktisch programmiert, “so dass sich Zukunftsprognosen aufstellen und so die Produktion der Bäckerei effizienter gestalten lassen”, wie handwerk-magazin schreibt. Es ist für die Bäckerei also wesentlich kostenintensiver gewesen, produzierte Waren wegzuschmeißen, als die Anschaffung eines KI-gestützten Softwaretools zu realisieren.

Warum Roboter den Handwerker nicht ersetzen

Bei allen prozessbedingten Vorteilen und dem Kosten-Nutzen-Verhältnis einer KI treibt zukunftsgewandte Traditionalisten trotzdem eine Frage um. Diese steht dabei aber im ethischen Kontext: Wird ein künstlich geschaffenes Gehirn aus elektronischen Bauteilen den echten Handwerker ersetzen? Norbert Huchler sagt “nein”. Denn oft sind es die plötzlichen Unwägbarkeiten, die den Handwerkereinsatz auf der Baustelle zu einem nicht-programmierbaren Ereignis machen. Eine KI wäre überfordert, denn Intelligenz hört an dem Punkt auf zu triumphieren, wenn Empathie und soziale Kompetenz gefordert sind. Vielmehr sind es die intelligenten Werkzeuge und Maschinen, die dem Handwerker bei unvorhersehbaren Kundenwünschen die Schweißperlen von der Stirn treiben. Auch der Handshake nach getaner Arbeit ist durch einen digitalisierten Kundenservice nicht zu ersetzen.  

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