Mit unseren Tipps finden Sie einfacher gute Fachkräfte für ihren Handwerksbetrieb

Für kleinere Betriebe ist es oft eine frustrierende und zeitraubende Aufgabe, gute Fachkräfte zu finden. Warum es helfen kann, einen Roboter zu kaufen, lesen Sie als einen unserer Tipps. - Bild: Adobe Stock/H_Ko; Illustration: Jürgen Claus

| von Susanne Nördinger
Aktualisiert am: 20. Nov. 2020

Gute Mitarbeiter sind im Handwerk essentiell. Doch wo findet man die geeignete Fachkraft fürs Unternehmen? Wenn Sie bisher Schwierigkeiten hatten, freie Stellen zu besetzen, geeignete Kandidaten für ihren Handwerksbetrieb zu gewinnen oder motivierte Mitarbeiter zu halten, dann sind Sie hier richtig. Mit diesen sechs Tipps werden sich in Zukunft mehr gute Leute auf offene Stellen bei Ihnen bewerben - egal, ob Sie ihr Handwerk im kleinen Betrieb oder mittleren Unternehmen ausüben.

1. Machen Sie auf sich aufmerksam

Es ist so einfach wie im Tierreich: Der Lauteste fällt auf und ist erfolgreich! Und das gilt auch bei der Jobsuche. Starten Sie daher damit, das Marketing für ihren Handwerksbetrieb zu optimieren.

Los geht es mit einer ansprechenden Website, die ihren Betrieb auch als sympathischen Arbeitgeber darstellt. Wie wäre es, wenn sich ihre Mitarbeiter mit kurzen Statements vorstellen oder Sie ein paar Fotos vom jährlichen Betriebsausflug zeigen? Mögliche Bewerber können sich so schon vorab ein Bild von ihren zukünftigen Kollegen machen und wissen bereits, mit wem sie später arbeiten.

Einen schnellen Effekt mit wenig Aufwand können Sie auch über ihre Firmenautos erzielen. Denn ihre Flotte ist ständig auf der Straße und wird automatisch gesehen. Ein aufgedruckter Spruch wie „Handwerker oder Fachkraft gesucht“ dient dann als fahrende Litfaßsäule. Wenn Sie dann noch zusätzlich einen entsprechenden QR-Code anbringen, können Sie potenzielle Bewerber gleich auf Ihre Recruiting-Seite locken.

Schon etwas aufwendiger ist es, an Veranstaltungen in der Umgebung teilzunehmen. Dazu zählen regionale Recruiting-Tage genauso wie Gewerbeschauen. Überlegen Sie sich vorher unbedingt, welches Ziel Sie mit einer Teilnahme verfolgen und ob sich die Arbeit dafür personell in ihrem Betrieb stemmen lässt. So können Sie beispielsweise auf einer Gewerbeschau genauso um gute Mitarbeiter wie um neue Aufträge werben. Auf den Recruiting-Tagen können Sie Umschulungs-Willige, ausgebildete Fachkräfte oder Lehrlinge in spe ansprechen.

2. Kaufen Sie einen Roboter

Ja, Sie haben richtig gelesen. Ein Roboter kann bei der Mitarbeitersuche helfen. Er soll jedoch nicht das Recruiting bei Ihnen im Betrieb übernehmen. Das bleibt ihr Thema. Stattdessen nimmt Ihnen ein Roboter bestimmte Arbeiten in der Werkstatt ab, die bisher nur eine Fachkraft ausführen konnte.

Ein Schlosser hat uns beispielsweise berichtet, dass er dank Schweißroboter nun auch auf ungelernte Leiharbeiter zurückgreifen kann, wenn es personelle Engpässe gibt. Denn beim Schweißen mit den sogenannten Cobots – die direkt mit Menschen zusammenarbeiten können – übernimmt der Roboter das Setzen der Schweißnaht. Der Mitarbeiter kümmert sich dann eher um das Bereitstellen und Einlegen der Teile. Und Leiharbeiter sind nun mal schneller zu finden als ein top ausgebildeter Handwerker. Wer selbst schon einmal einen Schweißer gesucht hat, weiß, wie schwierig sich das gestaltet.

Der Roboter hat noch einen weiteren Vorteil für ihr Unternehmen. Sie zeigen, dass sich Handwerk und moderne Fertigungstechnologien perfekt ergänzen und präsentieren sich so als attraktiver Arbeitgeber. Ihre jetzigen Mitarbeiter können ihr Know-How erweitern und neue gute Mitarbeiter werden automatisch auf ihr Unternehmen aufmerksam.

Warum Roboter gerade jetzt für Handwerksbetriebe spannend sind und wie viel schneller Sie ihre Aufträge mit einem Roboter erledigen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

3. Persönliche Ansprache über soziale Netzwerke

Warten Sie nicht ab, wer sich auf eine Stellenanzeige bei Ihnen bewirbt. Drehen Sie den Spieß lieber um und suchen Sie gezielt nach der passenden Fachkraft. Über soziale Netzwerke wie Facebook oder Linkedin ist das heute einfach möglich.

Der Vorteil dabei: Sie haben die Fäden in der Hand und suchen direkt nach Handwerkern mit der gewünschten Qualifikation. Und obendrein können Sie potentielle neue Mitarbeiter durch eine sympathische Ansprache von Anfang an von ihrem Unternehmen überzeugen. So macht sich auch der ein oder andere Gedanken, in ihren Betrieb zu wechseln, der aus eigenem Antrieb gar nicht an eine Bewerbung gedacht hätte.

Denn viele Menschen fühlen sich schlicht geschmeichelt, wenn sie als potenzieller neuer Mitarbeiter aktiv angesprochen werden. Und genau das können Sie ausnutzen.

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4. Ungewöhnliche Stellenanzeigen und WhatsApp als Kommunikationskanal

Gestalten Sie den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich. Viele Fachkräfte haben schlicht keine Lust, abends oder am Wochenende Lebenslauf und Anschreiben zusammenzustellen, um sich auf eine neue Position zu bewerben. Man will sich schließlich vom Arbeiten erholen. So scheitern mögliche Kandidaten an der schriftlichen Bewerbung und verbleiben stattdessen bei einem Arbeitgeber, wo sie unzufrieden sind.

Wenn sie schon in ihrer Stellenanzeige schreiben „Rufen Sie uns einfach an!“, senkt das die Hürde deutlich. Noch beliebter ist heutzutage die Kommunikation über WhatsApp. Und das sollten Sie ausnutzen. Denn eine solche Nachricht kann man sehr schnell und ohne große Vorbereitung schreiben.

Wenn Sie WhatsApp als Kommunikationskanal für Bewerber anbieten, so steigen die Chancen, dass mehr potentielle Mitarbeiter auf die Stellenanzeige reagieren.

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Engelbert Strauß bietet mit seiner Kollektion 'Mission 2020' definitiv hippe und coole Arbeitskleidung - und das speziell für Handwerker. - Bild: Engelbert Strauß

5. Hippe und coole Arbeitskleidung

Arbeitskleidung begleitet Menschen in Handwerksberufen den lieben langen Tag. Ob man sich bei Ihnen im Betrieb wohlfühlt, hängt also auch mit der passenden Klamotte zusammen. Gleichzeitig ist es immer mehr en vogue, auch in der Freizeit robuste Arbeitskleidung zu tragen. Große bekannt Hersteller haben sich längst auf diesen Trend eingestellt.

Nun haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder wählen Sie eine besonders hippe und auffällige Arbeitskleidung – zum Beispiel in leuchtenden Farben – um allgemein die Aufmerksamkeit auf ihren Betrieb zu lenken. Oder Sie wählen lieber eine dezentere, aber dennoch coole Variante in gedeckteren Farben.

Am besten stellen Sie jedem Mitarbeiter einfach noch eine zusätzliche Garnitur zur Verfügung. So kann er bei Bedarf auch privat auf die modische Arbeitskleidung zurückgreifen. Ob man damit im Garten oder im Bastelkeller arbeiten möchte, ist dann jedem selbst überlassen.

Was das nun mit der Mitarbeitersuche zu tun hat? Zum einen spricht es sich herum, dass ihre Mitarbeiter die schickste Klamotte tragen. Das erzeugt automatisch Interesse an ihrem Unternehmen und an ihrem Handwerk. Aber auch für ihre Website ist es Gold wert, wenn auf den Fotos gut gekleidete Mitarbeiter zu sehen sind. Und da wären wir dann wieder bei Punkt 1 angekommen. Wer auf sich aufmerksam macht, den nehmen auch potenzielle Mitarbeiter besser wahr.

6. Eine Wohnung als Bonus

Wohnraum ist in vielen Gegenden ein knappes Gut. Wenn Sie zur ausgeschriebenen Stelle jedoch eine Wohnung anbieten können, haben Sie ein Ass im Ärmel. Vielleicht gibt es eine Einliegerwohnung über ihrer Werkstatt. Oder Sie kennen Vermieter, bei denen Sie eine Wohnung für neue Mitarbeiter reservieren können.

Auch mit Pensionen in ihrer Umgebung können Sie sprechen. Das ist voraussichtlich nicht die traumhafte Lösung für neue Mitarbeiter. Ein möbliertes Zimmer oder Apartment hilft aber, die ersten Monate zu überbrücken und dann vor Ort nach einer geeigneten Bleibe zu suchen.

Gleichzeitig erweitert sich ihr Such-Radius, wenn Sie Wohnraum im Angebot haben. Denn einer Fachkraft aus anderen, möglicherweise strukturschwachen, Regionen erleichtern Sie dadurch den Umzug enorm.

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