Stilisiertes Fragezeichen auf einer geöffneten Roboterhand

Der Plan, einen Roboter für das eigene Unternehmen anzuschaffen, ist eine Reise, die mit vielen Fragezeichen geplastert ist. (Bild: Adobe Stock)

Alle reden über Robotik. Ist das wirklich so ein großes Thema?

Die Robotik, genauer gesagt die Automatisierung mit Robotern ist mit Sicherheit ein riesiges Thema. Davon betroffen ist nicht nur der Bereich der Industrierobotik, die vor allem in der Automobilproduktion zum Einsatz kommt. Zunehmend wichtig für die Produktion ist auch der Bereich der kollaborativen und Leichtbau-Robotik, die auch für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) in der Industrie bis hinunter zu Kleinstbetrieben im Handwerk immer öfter in Frage kommt. Das zeigen Zahlen der International Federation of Robotics (IFR): Danach hat die Zahl der weltweit eingesetzten Roboter 2020 erstmals die Marke von drei Millionen Einheiten überschritten, Deutschland ist in der Europäischen Union mit rund 230.000 Industrie-Robotern die am stärksten automatisierte Volkswirtschaft.

Durch Entwicklungen wie die Covid-Pandemie hat sich der Trend zur Automatisierung mit Hilfe von Robotern zuletzt noch verstärkt.

Brauch ich einen Cobot, oder sollte ich doch lieber nach einer Fachkraft suchen?

Wenn in einem kleinen Betrieb wie einer Schreinerei oder einer Gartenbaufirma Arbeitskraft fehlt, dann wird der erste Impuls sein, neue Mitarbeiter einzustellen. Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland wird Arbeitskraft aber zunehmend rar. Laut Berechnungen des IW-Köln wird es selbst bei hoher Zuwanderung 2040 hierzulande nur noch 39,1 Mio. Fachkräfte geben nach 43,5 Mio. im Jahr 2020. Es dürfte also immer schwieriger werden, geeignetes Personal zu finden.

Also sollte man sich als Chef gut überlegen, ob man Zeit und Geld in die Mitarbeitersuche steckt oder gleich auf Technik setzt und einen Cobot anschafft. Manchmal führt das eine auch zum anderen: Wie sie gute Mitarbeiter im Handwerk finden und ein Roboter dabei helfen kann.

Cobot oder Mensch - wie finde ich heraus, was besser ist?

Wichtig ist, sich darüber klar zu werden, was Cobots können und wo Menschen nach wie vor einfach besser sind. Ein US-Forschungsinstitut hat die Potenziale von kollaborativen Robotern und menschlichen Mitarbeitern einmal gegenübergestellt:

Typische Aufgaben, die Roboter übernehmen können, sind demnach:

  • sich wiederholende Tätigkeiten,
  • monotone,
  • gefährliche oder
  • fehleranfällige Tätigkeiten

Die Stärken von Menschen sind:

  • Geschicklichkeit
  • Kreativität
  • logisches Denken
  • kritisches Denken

Was kann der Mensch also im Rahmen einer Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) leisten?

  • den Zustand der Robotik sicherstellen
  • die Sicherheit der Arbeit gewährleisten
  • den Roboter trainieren (inklusive Umprogrammierung)

Wann lohnt sich denn nun ein kollaborativer Roboter für meinen Betrieb?

Die Automatisierung mit einem kollaborativen Industrieroboter im Rahmen eines MRK-Arbeitsplatzes lohnt sich laut dem US-Forschungsinstitut MEP für Unternehmen, um:

  • die Konsistenz in Qualität und Quantität zu garantieren,
  • die Produktionsleistung hoch zu halten und zu erhöhen,
  • Beschäftigungslücken im Aufschwung zu füllen,
  • Fertigungs-Kapazitäten auszubauen,
  • die Reaktionszeit auf Verbraucherbedürfnisse zu verkürzen,
  • auf veränderte Marktbedingungen reagieren zu können,
  • dem Fachkräftemangel in der Fertigung zu begegnen,
  • die Produktivität zu steigern und um
  • die Betriebskosten zu senken.

Welche Arbeiten kann ein Roboter übernehmen?

Die mit Robotern in der Industrie möglichen Tätigkeiten umfassen eine enorme Bandbreite. Sie sind dabei abhängig von der Bauart des Roboters, die Parameter wie Reichweite und Traglast bestimmen. Von ebenso großer Bedeutung ist der sogenannte Endeffektor, sprich das Werkzeug des Roboters, wie Greifer, Schweißzange oder Klebstoffdüse.


Nach dem World Robotics Report 2021 der IFR kommen die meisten Roboter bei der Handhabung zum Einsatz. Das heißt, sie greifen ein Objekt an einer Stelle (z.B. einem Transportband) , heben es an und stellen es an einer anderen Stelle (etwa einer Versandkiste) wieder ab. An zweiter Stelle folgt das Verschweißen von Objekten per Roboterarm.

Doch das Potenzial der Technik ist gerade für Mittelständler noch wesentlich vielfältiger: Weitere wichtige Robotertätigkeiten sind das Bohren, Fräsen und Polieren, das Zusammenbauen ("Fügen") von Produkten (Assembling) oder das Auftragen etwa von Klebstoffen (Dispensing). Roboter können auch Maschinen beladen, Abflussrohre reinigen, Bäume fällen, auf dem Bau arbeiten, Unkraut auf Feldern vernichten oder sogar beim Gitarrenbau helfen, wie folgendes Video zeigt:

Roboter von Epson im Einsatz beim US-Gitarrenbauer Taylor

Achsen, Greifer, Kinematik - was heißt das eigentlich genau?

Technische Systeme haben ihre eigenen Vokabeln und die Robotik in der Industrie und im Handwerk macht da keine Ausnahme. Um einschätzen zu können, ob ein Cobot oder Leichtbauroboter das Problem in meinem Betrieb lösen kann, muss man die Begriffe aus der Robotik kennen. Die zehn wichtigsten haben wir hier für Sie erklärt:

  1. Cobot
  2. Kinematik
  3. Teaching
  4. Manipulator
  5. Kraft-Momenten-Sensor
  6. End-of-Arm-Tool
  7. Tool Center Point
  8. Hydraulik-Muskel
  9. ToF (Time of Flight)
  10. Cloud Robotics

Auch die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Robotik können nicht schaden: Etwa, wie die Definition von Roboter lautet oder seit wann es Industrie-Roboter überhaupt gibt?

Die Grundlagen zum Thema Robotik

Mit dem Thema kollaborative und Low-Cost-Robotik kommen auf Mittelstand und Handwerksbetriebe ganz neue Fragestellungen zu. Im folgenden finden Sie die wichtigsten Grundlagen verständlich erklärt:

Alle relevanten Informationen zum Thema Robotik erfahren Sie auf Kollege Roboter und in unserem Newsletter, den Sie hier abonnieren können.

Was kann ich mit der Kenntnis der Robotik-Begriffe anfangen?

Sind die Begrifflichkeiten der Robotik einmal grundlegend klar, lohnt sich häufig als nächster Schritt der Blick in einen der zahlreichen Leitfäden, die es zur Einführung von Robotersystem in Industrie und Handwerk gibt.

Einen extrem kompakten Überblick zum Thema Mensch-Roboter-Kollaboration bietet etwa das digitale Faltblatt "Zahlen | Daten | Fakten Mensch-Roboter-Kollaboration" des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft.

Was kostet ein Roboter?

Der Preis für einen Roboter, der für den Einsatz in Handwerk oder Industrie taugt, hängt natürlich sehr stark von der Art und dem Einsatzgebiet des Roboters ab. Kleine Cobots sind schon für niedrige vierstellige Summen zu bekommen, große Industrieroboter können sechs- oder sogar siebenstellige Summen kosten.


Ein guter Weg, sich über die Preise für Roboter im industriellen Einsatz zu informieren, sind zum Beispiel Online-Marktplätze für Robotik wie zum Beispiel RBTX oder Unchained Robotics. Dort werden konkrete Preise für einzelne Roboter wie auch für Komponenten wie Kameras oder Greifer und auch die Anschaffungskosten für komplette Robotersysteme  angezeigt.

Neben den Kosten für die Roboter-Hardware sind aber auch noch die Aufwände für die Systemintegration des Roboters, sprich: die Programmierung, Einrichtung und Anpassung der Robotiklösung zu berücksichtigen. Bei Robotikprojekten beträgt der Preis für die Systemintegration erfahrungsgemäß ungefähr ein Dreifaches des Hardwarepreises, so die Einschätzung von Robotikexperten.

Insgesamt entwickeln sich die Preise für Roboter aber eher nach unten. Laut einer bei Statista veröffentlichten Preisentwicklungsprognose kostete ein Industrieroboter in den USA im Jahr 2005 im Schnitt noch 182.000 US-Dollar – im Jahr 2025 wird er nur noch 103.000 Dollar kosten – grob überschlagen nur noch etwas mehr als die Hälfte.

Wieviel Leistung es bei Cobots zu welchem Preis auf dem Markt gibt, hat Kollege Roboter 2021 in einer Marktübersicht ermittelt. Dort vertreten sind:

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Wer stellt eigentlich Roboter und Cobots her, die zu meinem Betrieb passen?

Die zehn wichtigsten Hersteller von Industrierobotern hat Kollege Roboter in einem Übersichtsartikel vorgestellt. Dominiert wird die Branche von japanischen Unternehmen wie Fanuc, Yaskawa oder Denso, Europa ist mit Kuka aus Deutschland oder ABB aus der Schweiz vertreten.

Einen etwas umfassendere Blick auf die 50 wichtigsten in Deutschland tätigen Robotik-Unternehmen liefert eine Studie des Marktforschungsinstituts Meyer Industry Research.

Darüber hinaus lohnt sich auch zu dieser Frage ein Besuch auf Online-Marktplätzen für Roboter-Atomatisierung wie RBTX, Unchained Robotics oder XITO. Dort lässt sich ein gute Übersicht über die Hersteller von Robotern für Industrie und Handwerk sowie Komponenten wie Greifer und Kameras bekommen.

Gibt es Zuschüsse für den Kauf eines Roboters?

Ein besonderes Cobot-Förderprogramm gibt es nicht. Mit “Digital Jetzt” existiert jedoch ein Fördertopf des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, den Unternehmen bei der Anschaffung von Robotern für den Betrieb anzapfen können. Wie Digital Jetzt funktioniert und worauf Unternehmen dabei unbedingt achten müssen.

Ähnliche Zuschussprogramme gibt es in ganz unterschiedlicher Ausprägung auf in den meisten Bundesländern. Eine Übersicht über regionale Fördertöpfe zur Robotik-Automatisierung findet sich auf dem Online-Marktplatz RBTX.

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